Pflegekonzept für die Wiesen in der Röstlach

Das flächenhafte Naturdenkmal (FND) Röstlach zeichnet sich durch sein kleinflächiges Mosaik unterschiedlicher Wiesengesellschaften aus. Dieses wird bedingt durch das Relief des Standorts und den ehemaligen historischen Nutzungsformen. So finden sich auf den tiefer liegenden, feuchteren Standorten so genannte Pfeifengras-Streuwiesen. Diese Wiesen wurden in früheren Zeiten nur einmal im Herbst gemäht und dann zur Einstreu in den Stall genutzt. Begründet war diese Bewirtschaftungsform durch den schwachen Aufwuchs und der geringen Eignung als Viehfutter des Mahdgutes. Auf den höheren Standorten wachsen magere Salbei-Glatthaferwiesen. Diese eigneten sich sehr wohl als Futterwiesen, allerdings war auch hier der Aufwuchs so gering, dass sie zumeist nur zweimal im Jahr gemäht werden konnten.  

Noch zu Beginn der 90er Jahre wurden im Rahmen der Bestandeserfassungen zum Biotopvernetzungskonzept zahlreiche wert gebende Arten kartiert. So fanden sich im Bereich der trockeneren Standorte große Bestände des Helm-Knabenkrautes, einer heimischen Orchideenart. Wilder Dost, Wiesen-Salbei, Kreuzblümchen und Wirbeldost sorgten für bunte Blühaspekte. In den feuchteren Bereichen bildete die Prachtnelke flächige Bestände aus. Teufelsabbiss, Blutwurz, Herbstzeitlose und Großer Wiesenknopf waren die typischen Arten dieser Standorte. Bedingt durch vielerlei Ursachen wie z. B. Nährstoffeinträge aus der Luft und wechselnde Mahdzeitpunkte konnte auf der Fläche ein Rückgang zahlreicher Arten beobachtet werden. Zusätzlich kam es zur Ausbildung von Goldruten-Dominanzbeständen auf benachbarten Flächen. Es war zu befürchten, dass dieser wüchsige und vitale Neophyt sich weiter ausbreiten könnte.

Aus diesem Grund gab die Untere Naturschutzbehörde im Jahr 2006 bei der Gemeinde Durmersheim den Anstoss für eine Wiederaufnahme der Pflege des Naturdenkmals. Auf Basis eines vom BUND entwickelten Pflegekonzepts und finanziert durch Mittel der Landschaftspflegerichtlinie ist geplant, die Flächen in den kommenden Jahren zu pflegen. Nach der Durchführung der Erstmahd auf der ganzen Fläche durch die Firma Zipfel aus Würmersheim soll in den nächsten Jahren eine naturschutzfachlich begründete Pflegemahd durchgeführt werden. Diese hat zum Ziel die wert gebenden Arten zu fördern und zu erhalten sowie die Goldrute zurückzudrängen. Durch die regelmäßige Mahd soll die Qualität des Mahdgutes dergestalt verbessert werden, dass eine Nutzung z. B. im Rahmen von Pferdehaltung angestrebt werden kann. Nun gilt es in den kommenden Jahren darauf zu achten, dass die angestrebten Ziele durch das Pflegekonzept erreicht werden.



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