2. Februar 2014

Historische Berufe am Oberrhein

Monika Fritz-Wörner beschreibt die Korbmacherei

Deichwächter und Goldwäscher, Holzschuhmacher und Fischer – zu all diesen Berufen längst vergangener Zeiten konnte Rhein-Park-Guide und BUND Mitglied Monika Fritz-Wörner anhand der Ausstellungsstücke im Museum Arbeit am Rhein manch interessantes Detail erläutern. Am intensivsten hat sie sich mit dem Handwerk der Korbmacherei auseinandergesetzt. Und auch hier diente die ausgestellte Vielfalt dazu, ihre anschaulichen Ausführungen zu illustrieren. Spannend war obendrein, was die anwesenden Zuhörer an Wissen beisteuern konnten – so wussten diese, die Ausführungen von Monika Fritz-Wörner mit zusätzlichen, meist noch selbst erlebten Informationen zu ergänzen.

Neues aus der Tierwelt

Einen spannenden Bilderbogen bot der Biologe Karsten Grabow bei seinem Vortrag zu Einwanderern in der heimischen Tierwelt. Insekten wie die Platanennetzwanze, die Büffelzikade oder der Asiatische Marienkäfer beeindrucken aufgrund ihrer schönen Erscheinung. Bei exotischen Moskitoarten wie dem Tigermoskito und der Japanischen Buschmücke mischt sich das Erstaunen mit leichter Besorgnis ob der möglichen Übertragung von tropischen Krankheitserregern. Im Fall des Buchsbaumzünslers ist die Betroffenheit schon groß, mit seiner rasanten Eroberung der Oberrheinebene hat er schon manchen Gartenbesitzer um seine wohl gepflegte Buchshecke gebracht. Aber auch bei den Säugetieren und Vögeln, die ein weniger heimliches Leben wie manche Insekten führen, haben sich Neubürger bei uns etabliert. Der Anblick der Nutria - eine Nagerart aus Südamerika - am Federbach gehört ebenso zum vertrauten Bild, wie die zahlreichen Kanadagänse an Murg und Rhein. Zur Vertiefung des Themas ist das Buch von Bernhard Kegel „Die Ameise als Tramp“ sehr empfehlenswert. Wer sich für die aquatische Fauna interessiert, dem sei das Buch von Karsten Grabow selbst „Farbatlas Süßwasserfauna Wirbellose“ empfohlen.

Der Vortrag war sehr gut besucht und Dank des Einsatzes der Vertreter des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums, Schulleiter Thomas Dornblüth, Elternvertreter Peter Schranz und Hausmeister Rainer Eckert, auch perfekt organisiert.  

Aktivity - Bau eines Insekten Hotels

Der Jugendaktionstag am vergangenen Samstag litt zumindest nachmittags etwas unter den suboptimalen Witterungsbedingungen. Dies konnte uns in der gut ausgerüsteten Werkstatt des Durmersheimer Jugendhauses allerdings nicht beeindrucken.

Mit großem Eifer wurde gebohrt, geschnitten und genagelt – es halfen alle mit: einige Kinder (auf dem Bild unsere aktivste kleine Helferin) und die BUND-Aktiven. Daneben bekamen wir zahlreiche fachliche Ratschläge von vorbeischauenden Besuchern. Kurzum es hat riesigen Spass gemacht. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an das Orga-Team für die Durchführung dieses ersten Jugendaktionstages sowie noch einmal an die Schreinerei Jürgen Deck aus Elchesheim-Illingen für die Holzspende und den vorzüglichen Zuschnitt.

Vogelmord in Rheinstetten Mörsch!

Die grausame Tat hat sich Mitte Januar in Mörsch ereignet.

Dabei wurden über 20 Bussarde getötet. Sehr wahrscheinlich wurden die Tiere durch mit Gift präparierte Kadaver von Wildschweinen und Rehen angelockt und noch mit dem Schnabel voll Fleisch tot aufgefunden.

Mittlerweile gibt es Gewissheit. Die Vögel wurden vergiftet. Die Stadt Rheinstetten hat dazu folgenden Pressetext veröffentlicht:

Tote Greifvögel wurden vergiftet – Stadt Rheinstetten setzt 1000 Euro Belohnung aus

Die am 13. Januar auf Gemarkung Rheinstetten-Mörsch aufgefundenen Greifvögel wurden offensichtlich vergiftet. Bei Untersuchungen im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe – Außenstelle Heidelberg – wurde in Fraßbrocken im Kropf der Tiere das Nervengift Carbofuran nachgewiesen. Auch die im Zentrum der Greifvogelfunde ausgelegten Wildtierkadaver enthielten das Gift. Zusätzliche Analyseergebnisse des Tierhygienischen Instituts Freibug werden in den nächsten Tagen erwartet. Carbofuran wurde früher außerhalb Deutschlands in der Landwirtschaft als Insektizid eingesetzt und ist seit 2008 europaweit verboten. Dennoch wird das Gift immer wieder in Fällen illegaler Greifvogelverfolgung verwendet. Vergiftete Tiere sterben an einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen.

Bis heute wurden im Gebiet zwischen dem Mörscher Gewerbegebiet an der B 36 und der Bundesbahnlinie insgesamt 26 Mäusebussarde und 2 Rauhfussbussarde tot aufgefunden.

Die Stadt Rheinstetten ist durch diesen barbarischen Vogelmord tief betroffen und empfindet dies auch als Angriff auf ihre jahrzehntelangen Anstrengungen im Natur- und Vogelschutz.

Für Hinweise, die zur Aufklärung dieser Straftat führen, hat Oberbürgermeister Sebastian Schrempp deshalb eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt. Sachdienliche Hinweise nehmen der Polizeiposten Rheinstetten unter Tel. 07242/9348-0 und die Umweltschutzkoordination der Stadt Rheinstetten unter 07242/9514-150 entgegen.

weitere Informationen:

Aktueller BT-Artikel (pdf-Format)

www.ka-news.de/region/rheinstetten/Traurige-Routine-Greifvoegel-Vergiftung-in-Jagdrevieren;art6013,542883

und

www.komitee.de/content/aktionen-und-projekte/deutschland/greifvogelverfolgung/aktuell/greifvogelverfolgung-dramatisch

Die böse Tat ist in der Region kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren fanden Vogelschützer immer wieder vergiftete Greifvögel und brachten diese Vergehen auch zur Anzeige. Leider bisher ohne die Täter zu ermitteln.

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